Schmerzmedizin

Schmerzmedizin

Schmerzbilder & Anlässe

Chronische & komplexe Schmerzsyndrome

Spezialisierte Abklärung und Behandlung bei langanhaltenden Schmerzen

Chronische Schmerzen sind Schmerzen, die über Monate bestehen bleiben oder immer wiederkehren – oft unabhängig von einer klar erkennbaren akuten Ursache.

Komplexe Schmerzsyndrome entstehen häufig dann, wenn mehrere Faktoren zusammenwirken: körperliche Veränderungen, Nervensystem, frühere Verletzungen oder Operationen, anhaltende Belastung oder Stress.

Eine spezialisierte schmerzmedizinische Abklärung hilft, diese Zusammenhänge zu verstehen und eine gezielte Behandlung zu planen.

 

Neurologie
Physiotherapie
Psychiatrie

Patient:innen suchen uns auf bei:

  • Schmerzen, die länger als drei Monate bestehen
  • Rückenschmerzen ohne eindeutigen Befund in der Bildgebung
  • diffusen oder wechselnden Schmerzmustern
  • Schmerzen nach Operationen oder Verletzungen
  • brennenden, stechenden oder elektrisierenden Schmerzen
  • Schmerzen, die sich trotz mehrerer Therapieversuche nicht bessern
  • zunehmender Einschränkung von Alltag, Schlaf oder Arbeitsfähigkeit

Häufig haben Betroffene bereits zahlreiche Untersuchungen und Behandlungen hinter sich – ohne zufriedenstellende Erklärung oder nachhaltige Besserung.

Chronische Schmerzen unterscheiden sich grundlegend von akuten Schmerzen. Das Nervensystem kann im Verlauf empfindlicher werden, Schmerzsignale können sich verselbständigen oder verstärken.

In der schmerzmedizinischen Abklärung geht es daher um:

  • ausführliche Analyse des Schmerzverlaufs
  • genaue Beschreibung von Art, Intensität und Ausbreitung
  • Beurteilung möglicher neuropathischer Komponenten
  • Einordnung bisheriger Diagnostik und Therapieversuche
  • Einschätzung psychosozialer Belastungsfaktoren
  • Prüfung von Medikamentenwirkung und Nebenwirkungen

Ziel ist nicht nur „wo tut es weh“, sondern:
Warum besteht der Schmerz – und wodurch wird er aufrechterhalten?

Die Behandlung komplexer Schmerzsyndrome erfolgt individuell und häufig multimodal. Je nach Befund können zum Einsatz kommen:

  • differenzierte medikamentöse Kombinationstherapie
  • Anpassung oder Optimierung bestehender Schmerzmedikation
  • Behandlung neuropathischer Schmerzanteile
  • interventionelle Verfahren (z. B. Nervenblockaden, Botulinuminjektionen)
  • lokale Therapien
  • Beratung zu invasiven Verfahren bei ausgewählten Indikationen
  • enge Zusammenarbeit mit Physiotherapie
  • psychosomatische oder psychiatrische Begleitung bei Bedarf

Ziel ist nicht nur Schmerzreduktion, sondern Verbesserung von Funktion, Belastbarkeit und Lebensqualität.

  • Menschen mit langanhaltenden oder wiederkehrenden Schmerzen
  • Patient:innen mit mehreren Schmerzursachen
  • Personen mit unklaren oder widersprüchlichen Befunden
  • Menschen, deren Schmerzen den Alltag zunehmend einschränken
  • Patient:innen mit unzureichendem Ansprechen auf bisherige Therapien

Neuropathische Schmerzen (Narbe, Post-Zoster, Nervenengpass)

Neuropathische Schmerzen entstehen nicht durch eine akute Verletzung von Muskeln, Gelenken oder Organen, sondern durch eine Schädigung oder Reizung von Nerven selbst. Man spricht auch von Nervenschmerzen.

Sie fühlen sich oft anders an als „klassische“ Schmerzen: brennend, stechend, elektrisierend oder einschießend – manchmal begleitet von Taubheit oder Überempfindlichkeit der Haut.

Typische Beispiele sind Narbenschmerzen, Schmerzen nach Gürtelrose (Post-Zoster-Neuralgie) oder Schmerzen durch Nervenengpass-Syndrome.

Viele Betroffene erleben, dass herkömmliche Schmerzmittel nur unzureichend helfen. Eine spezialisierte schmerzmedizinische Abklärung kann hier entscheidend sein.

 

Neurologie
Physiotherapie

In der Schmerzmedizin unterscheidet man grundsätzlich zwischen nozizeptiven und neuropathischen Schmerzen.

Nozizeptiver Schmerz entsteht durch eine tatsächliche oder drohende Gewebeschädigung – zum Beispiel bei Entzündung, Arthrose, Muskelverletzungen oder nach einem Sturz. Hier reagieren sogenannte Nozizeptoren (Schmerzrezeptoren) im Gewebe auf Reize.

Neuropathischer Schmerz hingegen entsteht durch eine Schädigung oder Fehlfunktion eines Nervs selbst. Der Schmerz wird also nicht durch das Gewebe ausgelöst, sondern durch eine Störung der Schmerzleitung oder -verarbeitung im Nervensystem.

Diese Unterscheidung ist wichtig, weil sich die Behandlung deutlich unterscheidet.

Patient:innen berichten häufig über:

  • brennende, stechende oder elektrisierende Schmerzen
  • einschießende Schmerzattacken
  • Überempfindlichkeit der Haut (Berührung wird als schmerzhaft erlebt)
  • Taubheitsgefühle oder „Ameisenlaufen“
  • Schmerzen im Bereich einer Narbe – auch lange nach einer Operation
  • anhaltende Schmerzen nach einer Gürtelrose
  • ausstrahlende Schmerzen bei Nervenengpässen (z. B. an Wirbelsäule oder Extremitäten)

Charakteristisch ist oft, dass die Schmerzen länger bestehen bleiben, als es der ursprüngliche Auslöser erwarten ließe – oder dass sie ohne sichtbare Gewebeschädigung fortbestehen.

Neuropathische Schmerzen werden häufig zunächst neurologisch oder orthopädisch abgeklärt – und das ist sinnvoll.

  • Die Neurologie prüft, ob eine Nervenfunktionsstörung oder eine zugrunde liegende neurologische Erkrankung vorliegt.
  • Die Orthopädie beurteilt, ob eine strukturelle oder mechanische Ursache (z. B. Bandscheibenproblem, Engpass, Gelenkveränderung) besteht.

Wenn Schmerzen jedoch anhalten, sich verselbstständigen oder trotz Behandlung der ursprünglichen Ursache weiterbestehen, reicht eine rein strukturelle oder neurologische Betrachtung oft nicht mehr aus.

Hier setzt die spezialisierte Schmerzmedizin an.

Im Mittelpunkt stehen:

  • genaue Analyse der Schmerzqualität (brennend, stechend, elektrisierend, dumpf)
  • systematische Erfassung von Sensibilitätsveränderungen (Überempfindlichkeit, Taubheit, Allodynie)
  • Differenzierung zwischen nozizeptivem (Gewebeschmerz) und neuropathischem (Nervenschmerz) Anteil
  • Beurteilung möglicher Auslöser (Operation, Infektion, Nervenengpass, Verletzung)
  • Einschätzung von Chronifizierungsmechanismen und zentraler Sensibilisierung
  • Betrachtung der Schmerzverarbeitung im Nervensystem

Die Schmerzmedizin fragt nicht nur: Woher kommt der Schmerz ursprünglich?
Sondern auch: Warum besteht er weiterhin? Ziel ist es, den zugrunde liegenden Schmerzmechanismus präzise zu verstehen – denn neuropathische und chronifizierte Schmerzen benötigen eine andere, oft kombinierte Therapie als klassische Entzündungsschmerzen. Gerade bei komplexen oder langanhaltenden Beschwerden ergänzt die Schmerzmedizin daher Neurologie und Orthopädie – nicht als Konkurrenz, sondern als spezialisierte Erweiterung.

Die Behandlung wird individuell abgestimmt und kann beinhalten:

  • spezifische medikamentöse Therapie für neuropathische Schmerzen
    (z. B. Medikamente, die die Schmerzverarbeitung im Nervensystem beeinflussen)
  • individuell angepasste Kombinationstherapien
  • lokale Behandlungen wie hochdosierte Capsaicin-Pflaster
  • ultraschallgesteuerte Nervenblockaden
  • Behandlung von Nervenengpässen in Zusammenarbeit mit Orthopädie
  • interdisziplinäre Begleitung bei chronischen Verläufen

Nicht jede Form neuropathischen Schmerzes ist vollständig rückbildungsfähig. Oft geht es darum, die Schmerzintensität deutlich zu reduzieren, Überempfindlichkeit zu senken und Lebensqualität zurückzugewinnen.

 

 

  • Menschen mit brennenden oder elektrisierenden Schmerzen
  • Patient:innen mit anhaltenden Schmerzen nach Operationen oder Verletzungen
  • Personen mit Post-Zoster-Schmerzen
  • Betroffene mit Narbenschmerzen
  • Patient:innen mit Nervenengpass-Syndromen
  • Menschen, bei denen klassische Schmerzmittel nicht ausreichend helfen

Neuropathische Schmerzen sind komplex – aber behandelbar. Eine gezielte, spezialisierte Abklärung ist der erste Schritt zu einer wirksameren Therapie.

Komplexes regionales Schmerzsyndrom (CRPS)

Das Komplexe Regionale Schmerzsyndrom (CRPS) ist eine besondere Form chronischer Schmerzen, die meist nach einer Verletzung, Operation oder auch nach scheinbar kleineren Ereignissen wie einer Verstauchung oder einem Bruch entsteht.

Typisch ist, dass die Schmerzen ungewöhnlich stark sind – stärker, als es die ursprüngliche Verletzung erwarten ließe – und dass sie nicht im erwarteten Maß abklingen, obwohl die Verletzung medizinisch bereits verheilt ist.

Viele Betroffene spüren, dass „etwas nicht stimmt“, bekommen aber lange keine klare Erklärung für ihre Beschwerden.

CRPS ist selten, aber behandelbar – besonders wenn es möglichst frühzeitig erkannt wird. Eine spezialisierte Abklärung kann helfen, die Situation verständlich zu machen und gezielt zu handeln.

 

Neurologie
Physiotherapie

CRPS betrifft meist einen Arm oder ein Bein – häufig eine Hand oder einen Fuß. Typische Zeichen sind:

  • anhaltende, brennende oder tief bohrende Schmerzen
  • extreme Berührungsempfindlichkeit (selbst leichte Berührung oder Kleidung schmerzt)
  • Schwellung des betroffenen Bereichs
  • Farbveränderungen der Haut (rötlich, bläulich, fleckig)
  • Temperaturunterschiede im Vergleich zur anderen Seite
  • vermehrtes oder vermindertes Schwitzen
  • Bewegungseinschränkung oder zunehmende Steifigkeit
  • Zittern, Kraftverlust oder Unsicherheit bei Bewegung

 

Diese Veränderungen betreffen häufig auch das sogenannte vegetative Nervensystem (also den unwillkürlichen Teil des Nervensystems, der Durchblutung, Temperatur, Schwitzen und andere automatische Körperfunktionen steuert).

Viele Patient:innen beschreiben das Gefühl, dass ihr Körper „überreagiert“ oder nicht mehr richtig reguliert.

CRPS ist keine Einbildung und keine psychische Erkrankung.

Nach einer Verletzung kommt es normalerweise zu einer Entzündungsreaktion und anschließend zur Heilung. Beim CRPS scheint dieser Heilungsprozess aus dem Gleichgewicht zu geraten.

Man geht davon aus, dass es zu einer Fehlregulation im Nervensystem kommt:

  • Schmerzsignale werden übermäßig stark verarbeitet
  • das vegetative Nervensystem bleibt in einem Alarmzustand
  • Durchblutung und Entzündungsreaktionen sind gestört
  • das Gehirn „lernt“ gewissermaßen einen verstärkten Schmerz

Warum das bei manchen Menschen geschieht und bei anderen nicht, ist noch nicht vollständig geklärt. Vermutlich spielen mehrere Faktoren zusammen: individuelle Schmerzverarbeitung, Stressbelastung, Art der Verletzung und neurobiologische Besonderheiten.

Wichtig ist: Das Auftreten von CRPS bedeutet nicht, dass jemand „zu empfindlich“ ist – es handelt sich um eine komplexe neurobiologische Reaktion.

CRPS wird häufig spät erkannt, weil die Beschwerden ungewöhnlich wirken und sich im Verlauf verändern können.

In der schmerzmedizinischen Abklärung geht es darum:

  • die typische Kombination aus Schmerz, vegetativen Veränderungen und Bewegungsstörung zu erfassen
  • andere Ursachen auszuschließen
  • das Stadium der Erkrankung einzuschätzen
  • eine frühzeitige, gezielte Behandlung einzuleiten

Gerade in der frühen Phase bestehen gute Chancen, die Entwicklung günstig zu beeinflussen.

Die Therapie von CRPS ist meist multimodal und individuell angepasst. Sie kann beinhalten:

  • spezifische medikamentöse Schmerztherapie
  • gezielte schmerzmedizinische Interventionen
  • enge Zusammenarbeit mit Physiotherapie zur Erhaltung der Beweglichkeit
  • Maßnahmen zur Regulation des Nervensystems
  • begleitende psychosomatische Unterstützung bei chronischer Belastung

Ziel ist es, Schmerz zu reduzieren, Beweglichkeit zu erhalten oder zurückzugewinnen und eine weitere Verfestigung der Beschwerden zu verhindern.

Kopf- und Gesichtsschmerzen

Kopf- und Gesichtsschmerzen können extrem belastend sein. Viele Betroffene erleben ihre Schmerzen als quälend, schwer erklärbar und im Umfeld oft als „nicht sichtbar“ oder „übertrieben“ missverstanden.

Wenn Schmerz das Denken dominiert, der nächste Anfall gefürchtet wird oder alltägliche Reize wie Licht, Berührung oder Kauen zur Belastung werden, entsteht häufig ein Gefühl von Ausgeliefertsein.

In der Schmerzmedizin betrachten wir Kopf- und Gesichtsschmerzen differenziert und nehmen sie als ernstzunehmende neurologisch-schmerzmedizinische Erkrankungen wahr.

Kopf- und Gesichtsschmerzen können sehr unterschiedliche Ursachen haben. Dazu gehören unter anderem:

Kopfschmerzen

  • Migräne (pochend, meist einseitig, mit Übelkeit oder Lichtempfindlichkeit)
  • Spannungskopfschmerzen (dumpf-drückend, oft beidseitig)
  • chronische tägliche Kopfschmerzen
  • medikamenteninduzierte Kopfschmerzen

Gesichtsschmerzen

  • Trigeminusneuralgie (einschießende, elektrisierende Schmerzattacken im Gesicht)
  • atypische Gesichtsschmerzen (dauerhafte, schwer einzuordnende Schmerzen)
  • neuropathische Schmerzen nach Operationen oder Zahnbehandlungen
  • Kiefergelenksassoziierte Schmerzen
  • postherpetische Schmerzen im Gesichtsbereich (nach Gürtelrose)

Viele Betroffene haben eine lange Vorgeschichte mit Zahnarztbesuchen, neurologischen Abklärungen oder Bildgebungen – oft ohne befriedigende Erklärung oder nachhaltige Besserung.

Besonders wenn trotz wiederholter Zahnbehandlungen keine Ursache zu „finden“ ist, das Problem nicht besser wird oder sich sogar verschlimmert, weil das empfindliche Nervensystem zunehmend gereizt wird, ist das für Betroffene oft extrem belastend.

Kopf- und Gesichtsschmerzen entstehen nicht immer durch eine sichtbare strukturelle Schädigung. Häufig spielen mehrere Faktoren zusammen:

  • Überempfindlichkeit bestimmter Schmerzbahnen
  • Reizung oder Fehlregulation von Gesichtsnerven
  • chronische Muskelspannung im Kopf-, Nacken- oder Kieferbereich
  • Stress und vegetative (das autonome Nervensystem betreffende) Überaktivierung
  • Schmerzchronifizierung durch wiederholte Schmerzepisoden

Gerade im Gesichtsbereich verlaufen viele sensible Nerven sehr dicht. Schon kleine Veränderungen können starke Schmerzen auslösen.

Wenn Schmerzen länger bestehen, kann sich das Nervensystem „verselbstständigen“ – der Schmerz bleibt bestehen, auch wenn die ursprüngliche Ursache nicht mehr aktiv ist.

Bei chronischen Kopf- und Gesichtsschmerzen reicht eine rein neurologische oder zahnärztliche Betrachtung oft nicht aus.

Im Rahmen einer schmerzmedizinischen Abklärung klären wir:

  • Welche Schmerzform liegt vor? (Migräne, neuropathisch, muskulär, kombiniert)
  • Gibt es Hinweise auf Nervenschmerzen?
  • Welche Rolle spielen Muskelspannung, Stress oder vegetative Dysregulation?
  • Besteht bereits eine Schmerzchronifizierung?
  • Welche bisherigen Therapien haben geholfen – welche nicht?

Ziel ist es, das individuelle Schmerzprofil zu verstehen – nicht nur die Diagnose, sondern auch den Mechanismus dahinter.

  • Die Therapie richtet sich nach der Schmerzform und kann beinhalten:

    • spezifische medikamentöse Therapie (z. B. bei Migräne oder neuropathischem Schmerz)
    • individuell angepasste Kombinationstherapien
    • lokale Therapieverfahren (z. B. Infiltrationen oder Botulinumtoxin)
    • Behandlung von muskulärer Überaktivität
    • Mitbehandlung vegetativer Dysregulation
    • interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Neurologie, Physiotherapie oder Psychiatrie

    Wichtig ist: Ziel ist nicht nur Schmerzlinderung, sondern die Rückgewinnung von Alltag, Konzentration und Lebensqualität.

  • Menschen mit chronischen oder wiederkehrenden Kopfschmerzen
  • Patient:innen mit Gesichtsschmerzen ohne klare Erklärung
  • Personen mit Trigeminusneuralgie oder neuropathischen Gesichtsschmerzen
  • Betroffene, die sich mit ihren Schmerzen nicht ernst genommen fühlen
  • Patient:innen mit fehlendem Therapieerfolg oder komplexer Schmerzgeschichte

Bauchschmerzen & viszerale Schmerzen

Wenn der Bauch schmerzt – und niemand eine klare Ursache findet

Bauchschmerzen gehören zu den häufigsten und zugleich belastendsten Schmerzformen. Manche treten plötzlich auf und haben eine klare Ursache. Andere bestehen über Monate oder Jahre – trotz wiederholter Untersuchungen, unauffälliger Befunde und verschiedener Therapieversuche.

Von viszeralen Schmerzen spricht man, wenn die Beschwerden von inneren Organen ausgehen (z. B. Magen, Darm, Gallenwege oder Unterbauchorgane). Diese Schmerzen fühlen sich oft anders an als Muskel- oder Gelenkschmerzen – eher tief, drückend, krampfartig oder diffus.

Viele Betroffene fühlen sich mit ihren Beschwerden irgendwann nicht mehr ernst genommen, besonders wenn „nichts gefunden“ wird.

Patient:innen berichten häufig über:

  • wiederkehrende oder dauerhafte Bauchschmerzen
  • Druck-, Völlegefühl oder krampfartige Schmerzen
  • wechselnde Schmerzorte im Bauch
  • Blähungen oder veränderte Verdauung
  • Schmerzen nach dem Essen
  • Schmerzen trotz unauffälliger Magen- oder Darmspiegelung
  • anhaltende Beschwerden nach Infekten oder Operationen
  • Unterbauchschmerzen ohne klare gynäkologische oder urologische Ursache
Nicht selten bestehen die Schmerzen bereits seit Jahren – mit zahlreichen Abklärungen, Diäten oder Medikamentenversuchen.

Wie können solche Schmerzen entstehen?

Bauch- und viszerale Schmerzen können unterschiedliche Ursachen haben:

1. Organische Ursachen
Zum Beispiel Entzündungen, Reizdarmsyndrom, Narben nach Operationen, Verwachsungen oder funktionelle Störungen.

2. Überempfindlichkeit der inneren Organe
Manche Menschen entwickeln eine sogenannte viszerale Hypersensitivität – das bedeutet, dass Magen oder Darm Schmerzsignale früher und intensiver melden als bei anderen Menschen.
Schon normale Dehnung oder Verdauungsvorgänge werden dann als schmerzhaft erlebt.

3. Chronifizierung im Nervensystem
Wenn Schmerzen länger bestehen, kann sich das Schmerzsystem selbst verändern. Das Nervensystem wird „wachsamer“ und reagiert schneller – auch wenn keine akute Entzündung mehr vorliegt.

4. Stress- und Belastungsfaktoren
Der Bauch reagiert sehr sensibel auf Stress. Das liegt daran, dass Darm und Nervensystem eng miteinander verbunden sind („Bauch-Hirn-Achse“).
Anhaltende innere Anspannung kann Beweglichkeit, Durchblutung und Schmerzverarbeitung im Bauch beeinflussen.

Wichtig: Wenn keine gefährliche Ursache gefunden wird, bedeutet das nicht, dass der Schmerz „eingebildet“ ist. Der Schmerz ist real – nur der Mechanismus ist komplexer.

Bei neu auftretenden oder akuten Bauchschmerzen ist eine organmedizinische Abklärung immer wichtig – etwa durch Hausärzt:innen, Gastroenterologie oder Gynäkologie. Akute Entzündungen, Infektionen, Geschwüre oder andere behandelbare Erkrankungen müssen ausgeschlossen oder gezielt behandelt werden.

Eine schmerzmedizinische Abklärung wird besonders dann sinnvoll, wenn:

  • trotz vieler Untersuchungen „nichts Eindeutiges“ gefunden wurde
  • die Schmerzen immer wiederkehren oder chronisch geworden sind
  • Therapien nur kurzfristig helfen
  • der Schmerz sich verselbstständigt hat
  • Angst, Schonung oder ständige Beschäftigung mit den Beschwerden den Alltag bestimmen

Viele Betroffene hören irgendwann Sätze wie: „Es ist organisch alles in Ordnung.“ Und trotzdem sind die Schmerzen real – und belastend.

In solchen Situationen geht es nicht mehr nur um ein einzelnes Organ, sondern oft um ein überempfindlich gewordenes Schmerz- und Nervensystem. Genau hier setzt die Schmerzmedizin an: Sie betrachtet nicht nur wo es weh tut, sondern warum der Schmerz bleibt – und welche Kombination aus medikamentösen, nervenbezogenen und begleitenden Verfahren helfen kann, ihn wieder zu beruhigen.

Die Therapie richtet sich nach dem zugrunde liegenden Mechanismus und kann beinhalten:

  • gezielte medikamentöse Schmerztherapie (z. B. bei nervlich vermittelten oder chronifizierten Schmerzen)
  • Medikamente zur Regulation der Darmbewegung
  • Behandlung von Narben- oder Verwachsungsbeschwerden
  • Nervenblockaden in ausgewählten Fällen
  • Kombination mit psychosomatischer Physiotherapie
  • Unterstützung bei Stressregulation und Schmerzverarbeitung
  • interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Gastroenterologie, Gynäkologie oder Psychiatrie

Ziel ist nicht nur eine Reduktion der Schmerzintensität, sondern:

  • mehr Sicherheit im eigenen Körper
  • weniger Angst vor dem Schmerz
  • bessere Alltagsbelastbarkeit
  • Wiedergewinnung von Lebensqualität
  • Menschen mit chronischen oder wiederkehrenden Bauchschmerzen
  • Patient:innen mit unklaren Befunden trotz umfangreicher Diagnostik
  • Personen mit Reizdarmsymptomatik und starker Schmerzbelastung
  • Betroffene nach Operationen mit anhaltenden Beschwerden
  • Menschen, die sich mit ihren Schmerzen unverstanden fühlen

Bauchschmerzen sind nicht „nur empfindlicher Darm“ oder „nur Stress“. Sie sind oft Ausdruck eines sensiblen, überlasteten oder fehlregulierten Systems – und genau dieses System kann man verstehen und behandeln.

Spezialisierte Verfahren

Medikamentöse Schmerztherapie & Pharmakogenetik

Die medikamentöse Schmerztherapie ist ein zentraler Bestandteil der Behandlung chronischer und komplexer Schmerzen. Sie ist jedoch oft deutlich komplizierter, als es auf den ersten Blick erscheint. Unterschiedliche Schmerzarten – etwa nozizeptive (gewebebedingte) und neuropathische (nervenbedingte) Schmerzen – benötigen unterschiedliche Medikamente. Zudem reagieren Menschen sehr individuell auf Wirkstoffe.

Hier setzt eine spezialisierte schmerzmedizinische Betreuung an – und bei Bedarf auch die Pharmakogenetik.

  • Schmerzmedikamente wirken nicht ausreichend
  • Starke Nebenwirkungen treten auf
  • Mehrere Medikamente müssen kombiniert werden
  • Es besteht Unsicherheit bei einer Langzeittherapie (z. B. mit Opioiden)
  • Unterschiedliche Ärzt:innen haben unterschiedliche Ansätze vorgeschlagen
  • Es werden bereits viele Medikamente wegen anderer Erkrankungen eingenommen
  • Der Wunsch besteht nach einer individuell abgestimmten, nachvollziehbaren Therapie
Viele Patient:innen erleben einen langen Weg mit „Ausprobieren“ verschiedener Präparate. Das kann frustrierend und belastend sein.

Schmerz ist kein einheitliches Phänomen.

  • Nozizeptive Schmerzen entstehen durch Gewebeschädigung oder Entzündung.
  • Neuropathische Schmerzen entstehen durch Schädigung oder Fehlfunktion von Nerven.
  • Chronische Schmerzen verändern oft die Schmerzverarbeitung im Nervensystem.

Nicht jedes Medikament wirkt bei jeder Schmerzart. Manche Wirkstoffe beeinflussen die Signalübertragung im Nervensystem, andere wirken entzündungshemmend oder muskelentspannend. Häufig ist eine Kombinationstherapie sinnvoll.

Hinzu kommt ein weiterer wichtiger Faktor: Wechselwirkungen (Interaktionen).

Viele Schmerzpatient:innen nehmen zusätzlich Medikamente ein, etwa gegen Bluthochdruck, Diabetes, Depression, Herzrhythmusstörungen oder andere chronische Erkrankungen. Schmerzmedikamente können:

  • sich gegenseitig in ihrer Wirkung beeinflussen
  • Nebenwirkungen verstärken
  • den Abbau anderer Medikamente verändern
  • das Risiko für Blutungen, Müdigkeit, Kreislaufprobleme oder Organbelastungen erhöhen

Gerade bei mehreren gleichzeitig eingenommenen Präparaten ist eine sorgfältige Prüfung unerlässlich. Eine spezialisierte schmerzmedizinische Betreuung bedeutet daher auch, die gesamte Medikation im Blick zu behalten – nicht nur das Schmerzmittel allein.

Pharmakogenetik untersucht, wie genetische Unterschiede beeinflussen,

  • wie ein Mensch Medikamente aufnimmt,
  • wie schnell sie im Körper abgebaut werden,
  • wie stark sie wirken
  • und wie wahrscheinlich Nebenwirkungen auftreten.
Jeder Mensch verfügt über leicht unterschiedliche Varianten bestimmter Enzyme. Diese Enzyme – vor allem in der Leber – sind dafür verantwortlich, Medikamente zu verarbeiten. Je nach genetischer Veranlagung kann ein Wirkstoff:

  • zu schnell abgebaut werden → wirkt zu schwach
  • zu langsam abgebaut werden → wirkt zu stark oder verursacht Nebenwirkungen
  • verändert aktiviert werden → entfaltet unerwartete Effekte

Pharmakogenetik untersucht meist Gene, die für sogenannte Cytochrom-P450-Enzyme (z. B. CYP2D6, CYP2C19) verantwortlich sind. Diese spielen bei sehr vielen Medikamenten eine Rolle.

In der Regel wird durch eine Blut- oder Speichelprobe analysiert:

  • Wie leistungsfähig bestimmte Medikamenten-Abbau-Enzyme sind
  • Ob jemand ein „langsamer“, „normaler“ oder „schneller“ Metabolisierer ist
  • Ob bestimmte Wirkstoffe möglicherweise ungeeignet oder riskanter sind
  • Welche Dosierung sinnvoll sein könnte

Es geht also nicht darum, „ob“ ein Medikament wirkt, sondern wie individuell der Körper damit umgeht.

Die Schmerzmedizin ist besonders komplex, weil:

1. Viele Schmerzmedikamente über dieselben Enzymsysteme abgebaut werden
Besonders Antidepressiva, Antikonvulsiva, Opioide und manche Koanalgetika werden über CYP-Enzyme verstoffwechselt.

2. Schmerztherapie oft Kombinationstherapie ist
Mehrere Medikamente gleichzeitig erhöhen das Risiko für Wechselwirkungen – genetische Besonderheiten können diese verstärken.

3. Wirkung und Nebenwirkung sehr individuell sind
Zwei Menschen mit demselben Schmerz können auf dasselbe Medikament völlig unterschiedlich reagieren.

4. Chronische Schmerzen eine Langzeittherapie erfordern
Kleine Unterschiede im Stoffwechsel können über Jahre hinweg große Auswirkungen haben.

5. „Therapie-Resistenz“ manchmal genetisch erklärbar ist
Wenn Medikamente wiederholt nicht wirken oder schlecht vertragen werden, kann eine genetische Besonderheit eine Rolle spielen.

In der Schmerzmedizin kann Pharmakogenetik helfen:

  • langes Ausprobieren („Trial-and-Error“) zu verkürzen
  • Nebenwirkungen besser einzuordnen
  • Dosierungen gezielter anzupassen
  • bestimmte Wirkstoffe bewusst zu vermeiden
  • komplexe Medikamentenpläne sicherer zu gestalten

Sie ersetzt keine klinische Erfahrung – kann aber bei schwierigen oder unklaren Verläufen eine wichtige zusätzliche Entscheidungsgrundlage sein.

Kurz gesagt: Pharmakogenetik macht sichtbar, warum ein Medikament bei einem Menschen  gut wirkt – und beim nächsten kaum oder mit starken Nebenwirkungen.

Gerade in der Schmerzmedizin, wo individuelle Unterschiede besonders groß sind, kann das einen entscheidenden Unterschied machen.

dass wir:

  • die Art des Schmerzes genau analysieren
  • bestehende Medikationen umfassend prüfen
  • Wechselwirkungen innerhalb der Schmerztherapie berücksichtigen
  • mögliche Interaktionen mit anderen notwendigen Dauertherapien beachten
  • Wirkstoffe sinnvoll, nachvollziehbar und abgestimmt kombinieren
  • auf Verträglichkeit und Langzeitsicherheit achten
  • pharmakogenetische Untersuchungen einsetzen, wenn sie medizinisch sinnvoll erscheinen

Ziel ist nicht eine möglichst umfangreiche Medikation, sondern eine individuell passende Therapie, die Wirkung, Sicherheit und Alltagstauglichkeit in ein ausgewogenes Verhältnis bringt.

Eine gut abgestimmte medikamentöse Therapie ist oft ein wichtiger Baustein – aber selten die einzige Maßnahme. Ziel ist immer ein ganzheitlicher, individuell tragfähiger Behandlungsplan.

  • Menschen mit chronischen oder komplexen Schmerzen
  • Patient:innen mit unzureichender Wirkung bisheriger Schmerzmedikamente
  • Personen mit ausgeprägten Nebenwirkungen
  • Menschen mit mehreren gleichzeitig eingenommenen Medikamenten

Lokale Schmerztherapien
(Qutenza, Botulinumtoxin)

Chronische Schmerzen entstehen häufig durch eine Überempfindlichkeit oder Fehlsteuerung im Nervensystem. Wenn klassische Schmerzmedikamente nicht ausreichend helfen oder nicht gut vertragen werden gibt es heute gezielte lokale Therapieformen, die direkt am Ort des Schmerzes wirken.

In unserer Ordination bieten wir moderne, gut erprobte Verfahren an, insbesondere:

  • Qutenza® (Capsaicin 8 % Pflaster)
  • Botulinumtoxin-Injektionen bei Schmerzsyndromen

Diese Behandlungen setzen direkt an den beteiligten Nervenstrukturen an und können Schmerzen wirksam lindern – bei meist guter Verträglichkeit und ohne den ganzen Körper zu belasten.

Wirkprinzip
Capsaicin ist ein Wirkstoff aus der Chilischote. In hoher Konzentration beeinflusst er gezielt bestimmte Schmerzfasern in der Haut. Diese werden vorübergehend „beruhigt“, sodass Schmerzsignale weniger stark weitergeleitet werden.

 

Indikationen

  • Nervenschmerzen (neuropathische Schmerzen), z. B.:
    • nach Gürtelrose
    • bei Polyneuropathie (z. B. bei Diabetes)
    • nach Operationen oder Verletzungen
  • Lokal begrenzte, brennende oder stechende Schmerzen

 

Ablauf der Behandlung

  • Das schmerzhafte Hautareal wird genau bestimmt
  • Bei Bedarf wird die Haut vorher örtlich betäubt
  • Das Pflaster wird für 30 oder 60 Minuten aufgeklebt
  • Während der Anwendung kann ein Wärme- oder Brenngefühl auftreten
  • Danach wird die Haut gereinigt

Die Behandlung erfolgt ambulant in der Ordination.

 

Behandlungsintervall

  • Die Wirkung tritt meist innerhalb weniger Tage ein
  • Hält häufig 2–3 Monate oder länger an
  • Eine Wiederholung ist bei Bedarf möglich

 

Erwartbare Wirkung

Ziel ist eine deutliche Reduktion der Schmerzen im behandelten Bereich.
Oft kann auch die Einnahme von Schmerzmedikamenten reduziert werden.

Wirkprinzip

Botulinumtoxin wirkt an den Nervenenden und beeinflusst die Weitergabe von Signalen.
Dadurch kommt es zu:

  • einer Entspannung überaktiver Muskeln
  • und einer direkten schmerzlindernden Wirkung

 

Indikationen

  • Chronische Migräne
  • Spannungskopfschmerzen
  • Muskelbedingte Schmerzen (z. B. Nacken, Rücken)
  • Schmerz durch Muskelverspannungen (Triggerpunkte)
  • Ausgewählte Nervenschmerzen

 

Ablauf der Behandlung

  • Der Wirkstoff wird mit feinen Nadeln gezielt in bestimmte Punkte injiziert
  • Die Behandlung dauert in der Regel nur wenige Minuten
  • Sie ist meist gut verträglich

 

Behandlungsintervall

  • Wirkungseintritt nach etwa 3–7 Tagen
  • Maximale Wirkung nach ca. 2 Wochen
  • Wirkdauer 2–4 Monate
  • Regelmäßige Wiederholung möglich

 

Erwartbare Wirkung

  • Reduktion von Schmerzstärke und -häufigkeit
  • Lockerung verspannter Muskulatur
  • Bei Migräne: weniger Kopfschmerztage

 

Für wen sind diese Verfahren geeignet?

Diese Therapien kommen insbesondere infrage bei:

  • lokal begrenzten Schmerzen
  • Nervenschmerzen
  • unzureichender Wirkung von Schmerzmedikamenten
  • oder wenn Medikamente nicht gut vertragen werden

 

Individuelle Therapieplanung

Vor jeder Behandlung erfolgt eine genaue schmerzmedizinische Abklärung.
Gemeinsam wählen wir die passende Therapieform aus – abgestimmt auf Ihre Beschwerden und Ihre persönliche Situation.

Ziel ist eine nachhaltige Schmerzlinderung und eine Verbesserung der Lebensqualität im Alltag.

Ultraschallgesteuerte Nervenblockaden

Bei bestimmten Schmerzformen kann es sinnvoll sein, Nerven gezielt zu behandeln, die an der Entstehung des Schmerzes beteiligt sind. Eine bewährte Methode dafür sind ultraschallgesteuerte Nervenblockaden.

Dabei wird ein Medikament exakt in die Nähe eines Nervs gebracht, um die Schmerzleitung vorübergehend zu unterbrechen oder zu reduzieren.

Was ist eine Nervenblockade?

Bei einer Nervenblockade wird ein lokales Betäubungsmittel, oft kombiniert mit einem entzündungshemmenden Medikament, gezielt an einen Nerv oder dessen Umgebung injiziert.

Dadurch wird:

  • die Weiterleitung von Schmerzsignalen gehemmt
  • eine Reizung oder Entzündung im Bereich des Nervs reduziert

Ob diese Therapieform geeignet ist, wird im Rahmen einer sorgfältigen psychiatrischen Abklärung individuell entschieden.

Im Unterschied zu einer klassischen („freihändigen“) Infiltration erfolgt die Behandlung unter direkter Sichtkontrolle:

  • Nerven, Muskeln und Gefäße sind im Ultraschall sichtbar
  • die Nadel wird in Echtzeit verfolgt
  • das Medikament kann gezielt am richtigen Ort platziert werden

Das bedeutet:

  • höhere Genauigkeit
  • oft bessere und länger anhaltende Wirkung
  • mehr Sicherheit, da wichtige Strukturen geschont werden
  • meist geringere Medikamentenmenge notwendig
Eine klassische Infiltration erfolgt hingegen ohne direkte Sicht, anhand anatomischer Orientierungspunkte. Sie ist bei oberflächlichen Beschwerden gut geeignet, bei tiefer liegenden oder komplexeren Strukturen jedoch weniger präzise
  • Rückenschmerzen mit Ausstrahlung (z. B. Ischiasbeschwerden)
  • Nackenschmerzen
  • Schulterschmerzen
  • Nervenschmerzen (z. B. nach Operationen oder Verletzungen)
  • Gelenksnahe Schmerzen
  • Schmerzen im Bereich von Rippen oder Bauchwand

Zusätzlich kann die Behandlung helfen, die Schmerzursache genauer einzugrenzen.

  • Lagerung je nach betroffenem Bereich
  • Darstellung der Zielstruktur mittels Ultraschall
  • Desinfektion der Haut
  • Gezielte Injektion mit einer feinen Nadel unter Sichtkontrolle

Die Behandlung dauert meist nur wenige Minuten und erfolgt ambulant. Oft tritt bereits kurz danach eine erste Schmerzlinderung ein.

  • Je nach Beschwerdebild kann eine einmalige Behandlung ausreichend sein
  • Häufig sind mehrere Anwendungen in Abständen sinnvoll
  • Das genaue Vorgehen wird individuell festgelegt
  • Rasche Linderung der Schmerzen
  • Verbesserung der Beweglichkeit
  • Unterbrechung von Schmerzkreisläufen

Die Wirkung kann vorübergehend sein oder – je nach Ursache – auch länger anhalten.

Ultraschallgesteuerte Nervenblockaden kommen insbesondere infrage bei:

  • lokalisierten Schmerzen mit vermuteter Nervenbeteiligung
  • akuten Schmerzspitzen
  • chronischen Beschwerden mit unzureichendem Ansprechen auf andere Therapien
Vor der Behandlung erfolgt eine sorgfältige Abklärung Ihrer Beschwerden. Die Nervenblockade wird gezielt in ein individuelles Behandlungskonzept eingebettet.

Ziel ist eine effektive Schmerzlinderung und eine nachhaltige Verbesserung der Funktion im Alltag.

Beratung zu invasiver Schmerztherapie (SCS)

Bei manchen chronischen Schmerzen reichen konservative Behandlungen wie Medikamente, Physiotherapie oder lokale Infiltrationen nicht aus. In solchen Fällen kann eine invasive Schmerztherapie in Betracht gezogen werden.

Eine wichtige Option ist die Spinal Cord Stimulation (SCS) – auch als „Rückenmarkstimulation“ oder „Schmerzschrittmacher“ bekannt.

 

Bei der Spinal Cord Stimulation wird ein dünner Elektrodendraht in der Nähe des Rückenmarks platziert. Über einen kleinen Impulsgeber werden gezielte elektrische Reize abgegeben.

Diese beeinflussen die Weiterleitung von Schmerzsignalen im Nervensystem, sodass Schmerzen weniger stark wahrgenommen werden.

SCS kann eine Option sein bei:

  • chronischen Nervenschmerzen (neuropathischen Schmerzen)
  • anhaltenden Schmerzen nach Wirbelsäulenoperationen („Failed Back Surgery Syndrome“)
  • komplexem regionalem Schmerzsyndrom (CRPS)
  • Durchblutungsstörungen mit Schmerzsymptomatik (in ausgewählten Fällen)

Voraussetzung ist in der Regel:

  • ein länger bestehender Schmerzverlauf
  • unzureichendes Ansprechen auf andere Therapien

Die Entscheidung für eine invasive Therapie erfordert eine besonders sorgfältige Abklärung.

Im Rahmen der Beratung erfolgt:

  • eine genaue Analyse Ihrer bisherigen Krankengeschichte
  • die Beurteilung, ob eine SCS grundsätzlich sinnvoll sein kann
  • Aufklärung über Ablauf, Nutzen und mögliche Risiken
  • Besprechung alternativer Behandlungsmöglichkeiten

Wichtig ist dabei eine realistische Einschätzung der Erfolgsaussichten.

Die Therapie erfolgt in spezialisierten Zentren und umfasst in der Regel zwei Schritte:

1. Testphase
    • Vorübergehende Platzierung der Elektroden
    • Über mehrere Tage wird geprüft, ob eine ausreichende Schmerzreduktion erreicht wird
2. Dauerhafte Implantation Bei gutem Ansprechen wird ein Impulsgeber (ähnlich einem Herzschrittmacher) dauerhaft eingesetzt

SCS zielt nicht auf vollständige Schmerzfreiheit ab, sondern auf:

  • eine deutliche Reduktion der Schmerzintensität
  • Verbesserung von Schlaf und Alltag
  • Steigerung der Lebensqualität

In vielen Fällen kann auch der Bedarf an Schmerzmedikamenten reduziert werden.

Wir unterstützen Sie bei:

  • der Einschätzung, ob eine invasive Therapie sinnvoll ist
  • der Vorbereitung auf eine mögliche Behandlung
  • und der gezielten Zuweisung an und Kommunikation mit spezialisierte Zentren

Die Entscheidung für eine SCS ist immer individuell und erfolgt gemeinsam mit Ihnen, auf Basis einer fundierten medizinischen Abklärung.

Ziel ist es, eine für Sie passende und nachhaltige Behandlungsstrategie zu finden.

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Unsere Betreuung orientiert sich an den unterschiedlichen Lebensphasen und Herausforderungen, mit denen Menschen zu uns kommen. Dabei haben wir vier zentrale Bereiche definiert, in denen wir unsere medizinischen und therapeutischen Angebote bündeln.

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