PHYSIOTHERAPIE
Physiotherapeutische Schwerpunkte
Psychosomatische Physiotherapie
Körperorientierte Unterstützung bei seelischer und körperlicher Belastung
Psychische Belastungen und chronische Erkrankungen zeigen sich häufig auch körperlich. Chronische Anspannung, Atemveränderungen, Erschöpfung, chronische oder diffuse Schmerzen oder ein Gefühl der Entfremdung vom eigenen Körper können den Alltag stark beeinträchtigen – auch dann, wenn bereits eine psychiatrische oder psychotherapeutische Behandlung besteht.
Die psychosomatische Physiotherapie versteht sich als körperorientierte, regulierende Ergänzung zur psychiatrischen und psychotherapeutischen Betreuung – insbesondere bei Beschwerden, bei denen Körper, Nervensystem und Psyche eng miteinander verwoben sind.
Wann ist psychosomatische Physiotherapie sinnvoll?
Dieses Angebot richtet sich an Menschen mit psychischen oder psychosomatischen Belastungen, bei denen der Körper wesentlich beteiligt ist oder Symptome verstärkt, unter anderem bei:
- chronischen Schmerzen ohne ausreichende strukturelle Erklärung
- stressassoziierten Beschwerden und Erschöpfung
- Angststörungen und Panik
- Depression
- Burnout
- Atemproblemen wie flacher Atmung, Atemnot ohne organische Ursache oder anhaltender Anspannung im Atem
- psychosomatischen Schmerzen
- Schlafstörungen
- innerer Unruhe oder anhaltender muskulärer Anspannung
Gerade für Patient:innen, denen es schwerfällt, ihre Belastung primär sprachlich zu bearbeiten, oder bei denen Schmerzen, Atem oder körperliche Spannung im Vordergrund stehen, kann dieser körperbezogene Zugang besonders hilfreich sein.
Häufig haben Betroffene bereits zahlreiche Untersuchungen und Behandlungen hinter sich – ohne zufriedenstellende Erklärung oder nachhaltige Besserung.
Unser physiotherapeutischer Ansatz
Im Mittelpunkt steht nicht Training oder Leistungssteigerung, sondern Regulation, Wahrnehmung und Stabilisierung des Nervensystems. Die Therapie erfolgt individuell, ressourcenorientiert und in einem Tempo, das zur aktuellen Belastbarkeit passt.
Zentrale Elemente
Atemarbeit und vegetative Regulation
Gezielte Arbeit mit Atemrhythmus, Atemtiefe und Atemwahrnehmung unterstützt die Regulation des autonomen Nervensystems. Dies kann helfen, Angst, Stressreaktionen, Atemnotgefühle und innere Unruhe zu reduzieren und wieder Zugang zu Ruhe und Stabilität zu finden.
Körperwahrnehmung und Körperschema
Durch achtsame Wahrnehmung von Haltung, Spannung und Bewegung lernen Patient:innen, ihren Körper wieder differenzierter zu spüren. Dies ist besonders relevant bei Depression, Erschöpfung, chronischen Schmerzen, Dissoziation oder traumaassoziierten Beschwerden.
Spannungsregulation und Schmerzbeeinflussung
Chronische psychische Belastung führt häufig zu anhaltender muskulärer Überaktivität und veränderter Schmerzverarbeitung. Über gezielte Spannungs- und Entspannungstechniken wird gelernt, Spannung und Schmerz besser wahrzunehmen, zu beeinflussen und schrittweise zu reduzieren – oft mit positiver Wirkung auf Schmerzen, Schlaf und Atem.
Bewegungsbasierte Stabilisierung
Einfache, klar strukturierte Bewegungsabläufe fördern Sicherheit, Vorhersagbarkeit und Selbstwirksamkeit. Ziel ist es, Bewegung wieder als unterstützend und regulierend zu erleben – nicht als zusätzliche Belastung.
Ressourcenorientierter, nicht leistungsbezogener Zugang
Der Fokus liegt auf dem, was möglich ist. Überforderung wird bewusst vermieden, Leistungsdruck spielt keine Rolle. Die Therapie bietet einen geschützten Raum, in dem körperliche Erfahrung wieder als verlässlich und steuerbar erlebt werden kann.
Ziel ist nicht nur Schmerzreduktion, sondern Verbesserung von Funktion, Belastbarkeit und Lebensqualität.
Zusammenarbeit im Team
Die psychosomatische physiotherapeutische Begleitung erfolgt in enger Abstimmung mit Psychiatrie, Psychotherapie und Schmerzmedizin. Sie ersetzt keine psychiatrische oder psychotherapeutische Behandlung, kann diese jedoch sinnvoll ergänzen, vertiefen oder vorbereiten.
Ziel ist es, körperliche Symptome wie Schmerz, Atemdysregulation und Spannung zu lindern, innere Stabilität zu fördern und die Selbstregulation und Selbstwirksamkeit der Patient:innen zu stärken.
Für wen besonders geeignet?
- Menschen mit psychischen Erkrankungen und ausgeprägten körperlichen Symptomen
- Patient:innen mit chronischen oder psychosomatischen Schmerzen
- Menschen mit Stress-, Angst- oder Depressionssymptomatik
- Personen mit funktionellen Atemproblemen
- Patient:innen in Krisen- oder Erschöpfungsphasen
- als ergänzende Maßnahme zu Psychiatrie, Psychotherapie und Schmerzmedizin
Orthopädische Physiotherapie
Gezielte Behandlung bei akuten und chronischen Beschwerden des Bewegungsapparates
Schmerzen der Wirbelsäule oder der Gelenke gehören zu den häufigsten Gründen, warum Menschen physiotherapeutische Unterstützung suchen. Die Beschwerden können plötzlich auftreten, sich schleichend entwickeln oder nach Verletzungen und Operationen bestehen bleiben.
Viele Patient:innen kommen mit dem Wunsch:
- Schmerzen zu lindern
- Beweglichkeit zurückzugewinnen
- Sicherheit im Alltag oder im Beruf zu erlangen
- nach einer Operation wieder belastbar zu werden
Die orthopädische Physiotherapie setzt genau hier an.
Typische Beschwerden und Anliegen
Patient:innen berichten häufig über:
- Rücken- oder Nackenschmerzen, akut oder chronisch
- Schmerzen der Wirbelsäule mit oder ohne Ausstrahlung
- Gelenkschmerzen (z. B. Schulter, Hüfte, Knie)
- Bewegungseinschränkungen oder Steifheit
- muskuläre Verspannungen
- Unsicherheit bei Belastung oder Bewegung
- anhaltende Beschwerden nach Operationen oder Verletzungen
Oft besteht der Wunsch nach einer klaren Anleitung, was möglich ist – und was vermieden werden sollte.
Wann ist orthopädische Physiotherapie sinnvoll?
Orthopädische Physiotherapie ist unter anderem sinnvoll bei:
- akuten Rücken- oder Gelenksbeschwerden
- chronischen Schmerzen der Wirbelsäule oder der Gelenke
- degenerativen Veränderungen (z. B. Arthrose)
- nach Operationen an Wirbelsäule oder Gelenken
- nach Verletzungen oder längerer Immobilisation
- muskulären Dysbalancen und Fehlbelastungen
Sie ist ein zentraler Bestandteil sowohl der konservativen Behandlung als auch der postoperativen Rehabilitation.
Unser physiotherapeutischer Ansatz
Die orthopädische Physiotherapie orientiert sich an den konkreten Beschwerden, der Belastbarkeit und den individuellen Zielender Patient:innen.
Zentrale Elemente sind:
- gezielte Mobilisation von Wirbelsäule und Gelenken
- Aufbau und Koordination von stabilisierender Muskulatur
- Verbesserung von Beweglichkeit und Funktion
- Reduktion von schmerzbedingten Schonhaltungen
- Anleitung zu alltagstauglicher Bewegung und Belastung
Die Therapie wird schrittweise aufgebaut und an den jeweiligen Heilungsverlauf angepasst.
Postoperative Physiotherapie
Nach Operationen an Wirbelsäule oder Gelenken ist eine gezielte physiotherapeutische Begleitung entscheidend für den Heilungsverlauf.
Die postoperative Physiotherapie unterstützt:
- Wiederherstellung von Beweglichkeit
- Aufbau von Kraft und Stabilität
- schrittweise Steigerung der Belastbarkeit
- Sicherheit im Alltag und bei Bewegung
Dabei erfolgt die Therapie in enger Abstimmung mit der behandelnden Orthopädie.
Zusammenarbeit im Team
Die orthopädische Physiotherapie ist bei uns in ein interdisziplinäres Behandlungskonzept eingebettet und erfolgt in enger Zusammenarbeit mit:
- Orthopädie
- Schmerzmedizin
- bei Bedarf weiteren therapeutischen Fachrichtungen
Ziel ist eine kohärente, abgestimmte Behandlung, die medizinische und therapeutische Aspekte sinnvoll verbindet.
Unser Anspruch
Unser Anspruch ist eine realistische, individuell angepasste physiotherapeutische Betreuung.
Nicht jede Übung passt zu jeder Phase – und nicht jede Bewegung ist sofort sinnvoll.
Wir begleiten Patient:innen dabei, Vertrauen in den eigenen Körper zurückzugewinnen, Schmerzen zu reduzieren und Bewegung wieder als unterstützend zu erleben.
Integrative Physiotherapie
Ganzheitlicher Ansatz mit osteopathischen Elementen
Die integrative Physiotherapie ist ein ganzheitlicher, manueller Behandlungsansatz, der Beweglichkeit, Spannung und Funktion des Körpers in ihrem Zusammenhang betrachtet.
Sie verbindet klassisch-physiotherapeutische Verfahren mit osteopathischen Elementen und – bei komplexen Schmerz- und Spannungssituationen – mit neurophysiologisch orientierten Ansätzen wie NPMP.
Ziel ist es, Bewegungseinschränkungen und Spannungsmuster zu erkennen und zu beeinflussen, um die Selbstregulation des Körpers und des Nervensystems zu unterstützen.
Im Ordinationszentrum Wilhelminenberg wird die integrative Physiotherapie ergänzend zur medizinischen und therapeutischen Betreuung eingesetzt und ist in ein interdisziplinäres Behandlungskonzept eingebettet.
Wann kann integrative Physiotherapie sinnvoll sein?
Die integrative Physiotherapie kann insbesondere bei funktionellen und komplexen Beschwerden unterstützend wirken, unter anderem bei:
- Beschwerden des Bewegungsapparates ohne klare strukturelle Ursache
- chronischen Schmerzen
- Rücken-, Nacken- und Gelenksbeschwerden
- Spannungskopfschmerzen
- Beschwerden nach Verletzungen oder Operationen
- komplexen Schmerz- und Spannungssituationen mit Beteiligung des Nervensystems
- stress- und spannungsassoziierten körperlichen Symptomen
- funktionellen Beschwerden im Kindes- und Jugendalter
Sie eignet sich besonders dann, wenn Beschwerden nicht eindeutig einem einzelnen Befund zugeordnet werden können oder mehrere Faktoren – körperlich, nervlich und psychosozial – zusammenwirken.
Unser integrativer physiotherapeutischer Ansatz
Die Behandlung erfolgt sanft, individuell und erklärend.
Im Mittelpunkt steht eine sorgfältige manuelle Untersuchung, bei der Beweglichkeit, Gewebespannung, nervale Regulation und funktionelle Zusammenhänge beurteilt werden.
Behandelt werden können unter anderem:
- Muskeln und Faszien
- Gelenke und Wirbelsäule
- Bindegewebe und funktionelle Spannungszüge
- neurophysiologische Spannungs- und Schutzmuster
Die Behandlung ist in der Regel nicht schmerzhaft und wird an die jeweilige Belastbarkeit angepasst.
Neurophysiologisch orientierte Ansätze (NPMP)
Im Rahmen der integrativen Physiotherapie arbeiten wir bei komplexen Schmerz- und Spannungssituationen auch mit neurophysiologisch orientierten Ansätzen wie NPMP (Neurophysiologische Muskel- und Schmerztherapie).
Dieser Ansatz geht davon aus, dass chronische Schmerzen und anhaltende muskuläre Spannung häufig weniger durch eine aktuelle strukturelle Schädigung, sondern durch überaktive Schutz- und Alarmmuster des Nervensystems aufrechterhalten werden.
NPMP setzt mit sanfter, gezielt dosierter manueller Arbeit an Muskeln, Faszien und Gelenken an. Ziel ist es, dem Nervensystem Sicherheit zu vermitteln, Spannungsmuster wahrnehmbar zu machen und schrittweise zu regulieren. Dabei stehen nicht Kraft, Dehnung oder Leistungssteigerung im Vordergrund, sondern Regulation, Wahrnehmung und Anpassung an die individuelle Belastbarkeit.
Besonders bei Patient:innen mit chronischen, diffusen oder therapieresistenten Schmerzen, nach Verletzungen oder Operationen sowie bei der Überlagerung von Schmerz, Stress und psychischer Belastung kann dieser Ansatz eine wertvolle Ergänzung darstellen.
Osteopathische Elemente in der integrativen Physiotherapie
Ein zentraler Bestandteil der integrativen Physiotherapie sind osteopathische Elemente.
Osteopathie ist ein manueller, ganzheitlicher Behandlungsansatz, der den Körper als funktionelle Einheit betrachtet und Beweglichkeit, Gewebespannung und funktionelle Zusammenhänge in ihrem Zusammenspiel beurteilt.
Im Mittelpunkt steht ebenfalls eine sorgfältige manuelle Untersuchung, bei der Einschränkungen in Muskeln, Faszien, Gelenken und funktionellen Spannungszügen erkannt werden. Ziel ist es, Beweglichkeit zu verbessern, Spannung zu regulieren und die Selbstregulationsfähigkeit des Körpers zu unterstützen.
Für wen besonders geeignet?
- Menschen mit funktionellen oder chronischen Beschwerden
- Patient:innen mit komplexen oder multifaktoriellen Schmerz- und Spannungssymptomen
- Kinder und Erwachsene, bei denen ein sanfter, ganzheitlicher Ansatz sinnvoll ist
- als Ergänzung zu medizinischer, physiotherapeutischer oder schmerztherapeutischer Behandlung
Unser Anspruch
Unser Anspruch ist eine realistische, verantwortungsvolle Anwendung integrativer physiotherapeutischer Verfahren – ohne Überversprechen, mit klarer Indikationsstellung und transparenter Kommunikation.
Ziel ist es, Beschwerden zu lindern, Beweglichkeit zu verbessern und den Körper in seiner eigenen Regulation und Belastbarkeit zu unterstützen.
Kopf- und Gesichtsschmerzen
Kopf- und Gesichtsschmerzen können extrem belastend sein. Viele Betroffene erleben ihre Schmerzen als quälend, schwer erklärbar und im Umfeld oft als „nicht sichtbar“ oder „übertrieben“ missverstanden.
Wenn Schmerz das Denken dominiert, der nächste Anfall gefürchtet wird oder alltägliche Reize wie Licht, Berührung oder Kauen zur Belastung werden, entsteht häufig ein Gefühl von Ausgeliefertsein.
In der Schmerzmedizin betrachten wir Kopf- und Gesichtsschmerzen differenziert und nehmen sie als ernstzunehmende neurologisch-schmerzmedizinische Erkrankungen wahr.
Schulangst – wenn der Schulalltag zur Belastung wird
Nach den ersten Wochen im neuen Schuljahr zeigt sich oft klarer, wie es Kindern und Jugendlichen wirklich geht. Während manche
Zurück in den Alltag – wenn Struktur wieder schwerfällt
Die zweite Augusthälfte ist für viele eine Übergangszeit: Der Urlaub geht zu Ende, der Alltag rückt näher – und nicht
Sport bei Sommerhitze – was der Körper braucht
Bewegung ist gesund – auch im Sommer. Gleichzeitig stellt Hitze den Körper vor zusätzliche Herausforderungen. Viele bemerken, dass gewohnte Belastungen
UNSER Angebot
für
Patient:innen
Unsere Betreuung orientiert sich an den unterschiedlichen Lebensphasen und Herausforderungen, mit denen Menschen zu uns kommen. Dabei haben wir vier zentrale Bereiche definiert, in denen wir unsere medizinischen und therapeutischen Angebote bündeln.