Gerade im Frühling berichten viele Eltern, dass ihr Kind über Wochen einen „leichten Schnupfen“ hat – ohne Fieber, mal stärker, mal schwächer.
Typisch ist:
- die Nase läuft oder ist verstopft
- das Kind niest häufig
- die Beschwerden verändern sich je nach Tag oder Wetter
Oft steckt dahinter keine Erkältung, sondern eine Pollenallergie – besonders auf Hasel oder Birke.
Typische Beschwerden bei Kindern
Eine Pollenallergie kann sich äußern durch:
- anhaltenden Schnupfen ohne Fieber
- häufiges Niesen
- juckende, tränende oder gerötete Augen
- Husten oder Räuspern
- Müdigkeit oder Konzentrationsprobleme
Die Symptome treten oft über mehrere Wochen auf und wiederholen sich häufig jedes Jahr zur gleichen Zeit.

Birke und Hasel – was ist besonders?
- Hasel blüht oft bereits ab Jänner/Februar
- Birke folgt meist im März/April und zählt zu den stärksten Allergieauslösern
Typisch ist auch eine sogenannte Kreuzreaktion:
Kinder mit Birkenpollenallergie reagieren manchmal auch auf bestimmte Nahrungsmittel (z. B. Apfel, Nüsse, Karotte) mit Jucken im Mund.

Wann sollte man an eine Allergie denken?
Eine allergologische Abklärung ist sinnvoll, wenn:
- Beschwerden über mehrere Wochen bestehen
- Symptome jedes Jahr zur gleichen Zeit auftreten und im Freien stärker sind
- herkömmliche „Erkältungsbehandlungen“ nicht helfen
- Atembeschwerden oder Husten dazukommen
Eine frühzeitige Abklärung ist besonders im Kindesalter wichtig, um eine Verschlechterung oder Ausweitung der Allergie zu verhindern.
Wie erfolgt die Allergieabklärung?
In unserer Ordination erfolgt eine gezielte, kindgerechte Diagnostik:
- ausführliches Gespräch zur Symptomatik und zum Verlauf
- Hauttest (Pricktest) oder Blutuntersuchung
- Einordnung der Beschwerden und des Allergietyps
Auf dieser Basis wird ein individuelles Behandlungskonzept erstellt

Behandlungsmöglichkeiten
Symptomatische Therapie
- antiallergische Medikamente (z. B. Antihistaminika)
- Nasensprays und Augentropfen
Diese lindern die Beschwerden rasch, behandeln aber nicht die Ursache.

Desensibilisierung (spezifische Immuntherapie)
Die Desensibilisierung ist die einzige Therapie, die direkt an der Ursache ansetzt.
Was passiert dabei?
Das Immunsystem wird langsam und kontrolliert an den Allergieauslöser gewöhnt.
Durchführung
- als Tropfen/Tabletten (unter die Zunge) oder
- als Injektion
Dauer
- meist 3 Jahre
Ziel
- deutlich weniger Beschwerden
- langfristige Besserung
- Vorbeugung eines Fortschreitens der Allergie (z. B. Entwicklung von Asthma)

Warum früh behandeln?
Gerade im Kindesalter ist eine rechtzeitige Therapie besonders wichtig:
- das Immunsystem ist noch gut beeinflussbar
- die Erfolgsaussichten der Desensibilisierung sind oft sehr gut
- das Risiko für Folgeschäden kann reduziert werden
Unser Ansatz
Wir begleiten Kinder und ihre Familien von der ersten Abklärung bis zur langfristigen Therapie.
Ziel ist, dass Ihr Kind den Frühling wieder unbeschwert erleben kann – ohne dauernden Schnupfen und Einschränkungen im Alltag.

Erkältung oder Allergie? – Ein kurzer Überblick
Eher Erkältung:
Beginn plötzlichoft mit Fieber oder Krankheitsgefühldickes, gelblich-grünes Nasensekretklingt meist nach 7–10 Tagen abeher gleichbleibende Beschwerden
Eher Allergie:
Beginn schleichend, oft über Wochenkein Fieberklares, wässriges Nasensekretstarkes Niesen, Juckreiz (Nase, Augen)Beschwerden schwanken (z. B. je nach Wetter oder Aufenthalt im Freien)treten oft jedes Jahr zur gleichen Zeit auf
Im Zweifel hilft eine gezielte Abklärung – so kann rasch die richtige Behandlung eingeleitet werden

Fotos: free pic / magnific